Präsident Lai Ching‑te (賴清德) hat heute (22.) seine geplante Reise zum afrikanischen Verbündeten Eswatini aus Sicherheitsgründen ausgesetzt. Hintergrund ist, dass die Seychellen, Mauritius und Madagaskar kurzfristig und ohne Begründung die Überflugrechte für die Präsidentenmaschine widerriefen. In einer Stellungnahme an CNA erklärte ein EU-Sprecher gestern, dass das Überflugrecht ein Grundpfeiler der internationalen Zivilluftfahrt sei und die Vorhersehbarkeit und Neutralität der Luftraumverwaltung entscheidend für die Flugsicherheit, den Handel und die diplomatischen Beziehungen seien. Zwar besitze jedes Land die Souveränität über seinen Luftraum, doch sollten entsprechende Entscheidungen auf Transparenz und Vorhersehbarkeit beruhen, wobei Flugsicherheit und operative Stabilität oberste Priorität haben. Solche Entscheidungen dürften nicht für politische Zwecke missbraucht werden. Der Sprecher betonte, dass die EU den sicheren, geordneten und vorhersehbaren Betrieb der internationalen Zivilluftfahrt im Rahmen des fundamental völkerrechtlich bestimmten Chicagoer Abkommens von 1944 sehr schätzt.
Das taiwanische Außenministerium dankte der EU für die rasche Unterstützung und betonte, Taiwan halte sich als verantwortungsvolles Mitglied der Staatengemeinschaft an internationale Regeln. Man wolle mit der EU und gleichgesinnten Partnern die regelbasierte Ordnung stärken und für ein sicheres, offenes und verlässliches Umfeld in der zivilen Luftfahrt sorgen.