Um Taiwans internationale Sichtbarkeit zu erhöhen und der diplomatischen Isolation durch China entgegenzuwirken, hat eine überparteiliche Gruppe von Parlamentarierinnen am 24. April zwei neue Netzwerke gegründet. Die „Pan-Pazifische“ und die „Asiatische Allianz der Parlamentarierinnen“ sollen die parlamentarische Außenpolitik stärken und Taiwans regionale Vorreiterrolle bei der Gleichberechtigung als diplomatisches Instrument nutzen.
Die Initiatorin der Bündnisse, Lin Chu-yin (林楚茵) von der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei (DPP), begrüßte zur Gründungszeremonie neben Parlamentarierinnen aus drei Parteien auch zahlreiche ausländische Diplomaten. In ihrer Ansprache verwies Lin auf den hohen Frauenanteil im taiwanischen Parlament von über 40 Prozent. Angesichts der anhaltenden chinesischen Einschüchterungsversuche, wie der jüngst durch Peking vereitelten Auslandsreise von Präsident Lai Ching-te (賴清德), sei es für taiwanische Politikerinnen umso wichtiger, Entschlossenheit zu zeigen und die internationale Vernetzung proaktiv voranzutreiben.
Vize-Außenminister Baushuan Ger (葛葆萱) würdigte die Initiative als bedeutenden Fortschritt für die parlamentarische Diplomatie. Das Außenministerium erhoffe sich durch die Allianzen den Aufbau handlungsorientierter Netzwerke mit anderen Staaten, insbesondere zur Stärkung von Frauenrechten, demokratischer Regierungsführung und regionaler Zusammenarbeit im Indopazifik.