Während im taiwanischen Parlament ein milliardenschweres militärisches Sonderbudget blockiert ist, hat das Amerikanische Institut in Taiwan (AIT) junge Abgeordnete der oppositionellen Kuomintang (KMT) zu Gesprächen mit US-Rüstungskonzernen eingeladen. Bei dem Treffen am 23. April, an dem unter anderem Branchengrößen wie Lockheed Martin und Raytheon teilnahmen, ging es um die strategische Ausrichtung bilateraler Verteidigungskooperationen.
Die KMT-Abgeordnete Hsu Chiao-hsin (徐巧芯) betonte, die festgefahrenen Budgetverhandlungen seien kein Thema gewesen. Vielmehr habe man offen über Fragen diskutiert, die das Verteidigungsministerium oft unbeantwortet lasse – etwa, ob künftige US-taiwanische Rüstungskooperationen über reine Endmontagen hinausgingen und auch einen echten Technologietransfer umfassten.
Aus den Reihen der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) wurde der Dialog prinzipiell begrüßt. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Chen Kuan-ting (陳冠廷), erklärte, der Austausch helfe der Opposition, die Notwendigkeit von Rüstungsbeschaffungen besser nachzuvollziehen. Mit Blick auf die anstehenden parlamentarischen Schlichtungsgespräche zur Budgetvorlage mahnte er jedoch zur Vorsicht, da die finale Position der KMT-Parteiführung weiterhin unklar sei.