Taiwans Drohnenexporte sind stark angestiegen. Wie die taiwanische Presseagentur Central News Agency (CNA) gestern unter Berufung auf aktuelle Statistiken des Amts für Außenhandel im Wirtschaftsministerium Taiwans berichtete, erreichte der Exportwert von Drohnen im ersten Quartal dieses Jahres bereits 115,85 Millionen US-Dollar. Das entspricht etwa dem 1,2-Fachen des gesamten Vorjahreswerts von 93,419 Millionen US-Dollar.
Die Tschechische Republik hat mit einem Exportwert von rund 100 Millionen US-Dollar Polen als größten Absatzmarkt für taiwanische Drohnen überholt. Der Export nach Polen belief sich im ersten Quartal auf rund 11,75 Millionen US-Dollar.
Als Hauptgrund für den Anstieg nannte das Wirtschaftsministerium die langjährigen Bemühungen taiwanischer Unternehmen zur Erschließung internationaler Märkte sowie die weltweit steigende Nachfrage nach "nicht-roten" bzw. "nicht-chinesischen" Lieferketten. Taiwan habe sich dank hochwertiger und zuverlässiger Komponenten insbesondere in Europa und den USA einen guten Ruf erarbeitet.
Zudem kurbeln geopolitische Faktoren die Nachfrage in Mittel- und Osteuropa an, so das Ministerium. Seit dem Ausbruch des russisch-ukrainischen Kriegs ist die Nachfrage nach Dual-Use-Drohnen in Ländern wie der Tschechische Republik, Polen und Litauen deutlich gestiegen. Diese Staaten erhöhen ihre Verteidigungsbudgets und suchen verstärkt nach Lieferquellen außerhalb Chinas. Die Kompetenzen taiwanischer Anbieter in Schlüsselbereichen wie Flugkörpern, Antriebssystemen und Kommunikationsmodulen entsprechen dabei der Nachfrage.
Um Unternehmen bei der Erschließung langfristiger Geschäftschancen zu unterstützen, fördert die Regierung weiterhin die industrielle Vernetzung mit mittel- und osteuropäischen Ländern – etwa durch Teilnahme an Messen, Geschäftsanbahnungen und die Unterzeichnung von Kooperationsvereinbarungen (MoU).