Im Parlament in Taipei wird das "Sondergesetz zum Verteidigungshaushalt" weiter verhandelt. Am Mittwoch (29.) kam die Fraktion der Kuomintang (KMT) zusammen, jedoch wieder ohne endgültige Festlegung; die Diskussionen scheinen die Partei innerlich zu spalten. Laut Berichten wollten Parteichefin Cheng Li‑wun (鄭麗文) und Fraktionschef Fu Kun‑chi (傅崐萁) die zuvor von vielen KMT‑Abgeordneten unterstützte Version über 800 Milliarden NT‑Dollar wieder auf "380 Milliarden + N" zurückführen. Sie haben zudem lokale Parteivorsitzende und parteinahe Persönlichkeiten dazu veranlasst, Abgeordnete separat aufzufordern, diese Version zu unterstützen, was bei einigen Parteimitgliedern Unmut hervorgerufen hat.
Die Demokratische Fortschrittspartei (DPP) kritisierte, Sicherheit dürfe nicht zum Spielball parteipolitischer Machtkämpfe werden und warb erneut für den Regierungsentwurf über 1,25 Billionen NT‑Dollar für acht Jahre. Nächster Termin sind fraktionsübergreifende Beratungen am 6. Mai, eine Plenarsitzung ist für den 8. Mai avisiert.
DPP‑Sprecher Wu Cheng (吳崢) warf der KMT Verzögerungen seit dem "Xi-Cheng"-Treffen vor und warnte, Blockaden erhöhten das Risiko für die gesamte Bevölkerung in Taiwan. DPP‑Fraktionsmanager Chuang Jui-Hsiung (莊瑞雄) appellierte an die KMT, sich nicht von Cheng Li-wun und Fu Kun-chi erpressen zu lassen. DPP‑Geschäftsführerin Fan Yun (范雲) verwies auf Umfragen mit über 60 Prozent Zustimmung für den Regierungsplan. Als DPP‑Parteivorsitzender unterstrich auch Präsident Lai Ching‑te (賴清德), der Regierungsentwurf sei fachlich vollständig geplant, mehrfach mit den USA abgestimmt und stärke auch die heimische Industrie. Er warb für eine Verteidigung ohne Abstriche, um eine umfassende Unterstützung für die Streitkräfte zu gewährleisten.