An der Denkfabrik Hoover Institution der Stanford University ist am 4. Mai die taiwanische Kriegsserie "Zero Day Attack" gezeigt worden. Das berichtete gestern die taiwanische Nachrichtenagentur CNA. Beim anschließenden Gespräch sagte Litauens früherer Außenminister Gabrielius Landsbergis, die Erfahrung seines Landes mit der Bedrohung durch Russland lasse ihn viele Szenen besonders stark empfinden. Er ergänzte, freie Gesellschaften sollten sich nicht aus Angst vor äußeren Drohungen selbst zensieren und mögliche Krisen frühzeitig angehen.
Inhaltlich bezog sich das Gespräch auf die erste Folge "Krieg oder Frieden". Sie zeigt die Lage nach einer Präsidentschaftswahl in Taiwan und die heikle Übergangszeit, in der die von Janet Hsieh (謝怡芬) gespielte Präsidentin Druck aus China und innere Konflikte bewältigen muss. Landsbergis zog Parallelen: So wie Taiwan heute China gegenüber stehe, habe Litauen lange die Gefahr aus Russland klar gesehen und sich ohne Illusionen vorbereitet. Deswegen appelliert er, Gesellschaften müssten solche Szenarien offen diskutieren und üben.
Zur Verbreitung der Serie in den USA sagte Produzentin Zheng Xinmei (鄭心媚), es gebe weiterhin Hürden bei großen Streaming‑Plattformen, man wolle daher auch regionale Anbieter ansprechen. Aus dem Publikum kam deutliche Unterstützungsbereitschaft. Janet Hsieh warb für mehr Rückenwind aus der Zivilgesellschaft, um Taiwan‑Themen und die Serie bekannter zu machen.