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NGOs fordern Rechte für ausländische Fischer auf taiwanischen Schiffen

08/05/2026 19:09
Redaktion: RTI Deutsch
Betroffene Arbeiter werfen Schiffsbetreibern unter anderem monatelang einbehaltene Löhne, extrem lange Arbeitszeiten sowie physische Gewalt vor. Zudem weigerten sich Kapitäne Berichten zufolge wiederholt, bei schweren Arbeitsunfällen den Hafen anzulaufen, um Fangquoten nicht zu gefährden – in Einzelfällen mit tödlichen Folgen. Da die Fischer meist monatelang ohne Internetzugang operieren, sind sie von der Außenwelt isoliert und oft gezwungen, sich bei Verletzungen unzureichend selbst zu versorgen. (Foto: CNA)
Betroffene Arbeiter werfen Schiffsbetreibern unter anderem monatelang einbehaltene Löhne, extrem lange Arbeitszeiten sowie physische Gewalt vor. Zudem weigerten sich Kapitäne Berichten zufolge wiederholt, bei schweren Arbeitsunfällen den Hafen anzulaufen, um Fangquoten nicht zu gefährden – in Einzelfällen mit tödlichen Folgen. Da die Fischer meist monatelang ohne Internetzugang operieren, sind sie von der Außenwelt isoliert und oft gezwungen, sich bei Verletzungen unzureichend selbst zu versorgen. (Foto: CNA)

Taiwan präsentiert sich auf internationaler Bühne als Verfechter von Freiheit und Menschenrechten. Doch ausländische Arbeitskräfte, deren Großteil aus südostasiatischen Staaten wie Indonesien, Vietnam oder den Philippinen kommt, erfahren in Taiwan vermehrt prekäre Arbeitsbedingungen, auch Vorwürfe der Zwangsarbeit werden erhoben. Besonders betroffen ist die Hochseefischerei, in der Taiwan über die weltweit zweitgrößte Flotte verfügt. Nichtregierungsorganisationen haben nun 200 maritime Erste-Hilfe-Sets an Fischer verteilt, um auf die Missstände aufmerksam zu machen.

Auf einer Pressekonferenz am heutigen Freitag in Taipei erklärten die Organisationen, die Sicherheit und Menschenrechte der Fischer duldeten keinen Aufschub mehr. Die verteilten Erste-Hilfe-Kästen enthalten grundlegende medizinische Hilfsmittel wie Desinfektionsmittel, antibiotische Salben und digitale Thermometer. Mit der Spendenaktion fordern die Initiatoren die Regierung in Taipei auf, strukturelle Reformen für die Arbeitskräfte auf See zügig umzusetzen.

Betroffene Arbeiter werfen Schiffsbetreibern unter anderem monatelang einbehaltene Löhne, extrem lange Arbeitszeiten sowie physische Gewalt vor. Zudem weigerten sich Kapitäne Berichten zufolge wiederholt, bei schweren Arbeitsunfällen den Hafen anzulaufen, um Fangquoten nicht zu gefährden – in Einzelfällen mit tödlichen Folgen. Da die Fischer meist monatelang ohne Internetzugang operieren, sind sie von der Außenwelt isoliert und oft gezwungen, sich bei Verletzungen unzureichend selbst zu versorgen.

Die Parlamentsabgeordnete Lin Yueh-chin (林月琴) wies in diesem Zusammenhang auf massive rechtliche Schutzlücken hin. Derzeit fallen ausländische Hochseefischer nicht unter das taiwanische Gesetz zur Versicherung gegen Arbeitsunfälle. Lin kündigte an, sich für die Integration ausländischer Hochseefischer in das taiwanische Arbeitsschutzsystem zu integrieren.

Die staatliche Fischereibehörde reagierte auf die Forderungen mit der Ankündigung neuer Richtlinien. Wie der Abteilungsleiter Kao Yu-hsuan (高玉瑄) erklärte, werde man im Juni eine verbindliche Inventarliste für medizinische Ausrüstung auf Fischereischiffen veröffentlichen. Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen die Schiffsbetreiber zudem mit staatlichen Zuschüssen bei der Beschaffung unterstützt werden. Darüber hinaus soll die Installation von WLAN-Systemen auf hoher See angetrieben werden. Sollten freiwillige Appelle an die Flottenbetreiber hierbei nicht ausreichen, schließe das der Fischereibehörde überstehende Landwirtschaftsministerium eine gesetzliche Verpflichtung nicht aus.

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