Kurz vor Beginn der Weltgesundheitsversammlung (WHA) am 18. Mai intensiviert Taiwan seine Bemühungen um internationale Sichtbarkeit. Wie Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) mitteilte, wird Taiwan in diesem Jahr erstmals parallel zur WHA eine eigene Fachmesse für smarte Medizin und Gesundheitsindustrie in Genf ausrichten. Daran sollen rund 30 taiwanische medizinische Einrichtungen und Technologieunternehmen teilnehmen.
Seit dem Amtsantritt der ehemaligen Präsidentin Tsai Ing-wen im Jahr 2016 ist Taiwan auf Druck der Volksrepublik China von einer offiziellen WHA-Teilnahme ausgeschlossen. Um sich indirekt zu beteiligen, nutzt Taiwans Regierung seitdem Veranstaltungen am Rande der WHA. Laut Yeh Chih-cheng (葉至誠), einem leitenden Beamten des Außenministeriums, zielt die Ausstellung darauf ab, Taiwans Stärken in den Bereichen Künstliche Intelligenz und smarte Medizin sowie seine Schlüsselrolle in den globalen Lieferketten zu demonstrieren. Man wolle den anwesenden Delegationen verdeutlichen, dass Taiwan ein unverzichtbarer Partner für die globale Gesundheitssicherheit sei.
Zusätzlich zur Präsenz in Genf rückt die Regierung den Ausbau ihrer sogenannten „medizinischen Diplomatie“ in den Fokus. Minister Lin kündigte an, den diplomatischen Verbündeten Taiwans in Mittelamerika und der Karibik bei der Bewältigung von Ressourcenengpässen im Gesundheitssektor stärker unter die Arme zu greifen. Neben dem Ausbau der Infrastruktur und der Ausbildung von lokalem Fachpersonal soll künftig verstärkt smarte Medizintechnik eingesetzt werden, um die Ärzte vor Ort auch durch Fernsupport aus Taiwan zu unterstützen.