Eine parteiübergreifende Delegation des taiwanischen Parlaments unter Leitung von Parlamentspräsident Han Kuo-yu (韓國瑜) hält sich derzeit zu Gesprächen in Europa auf. Bei einem Besuch in Frankreich betonte Han, dass Taiwans Sicherheit maßgeblich von der internationalen Aufmerksamkeit und der Zahl seiner Verbündeten abhänge. Je mehr Freunde die Insel in der Weltgemeinschaft habe, desto sicherer sei sie vor potenziellen Konflikten.
Am zweiten Tag ihrer Reise, die im weiteren Verlauf auch nach Großbritannien führen wird, trafen die Abgeordneten am Montag (11. Mai) mit Experten des französischen Instituts für Internationale Beziehungen (IFRI) zusammen. In den Gesprächen mit IFRI-Direktor Marc Hecker unterstrich Han Kuo-yu, dass die innenpolitischen Debatten in Taiwan zwar intensiv seien, es jedoch bei den zentralen Themen Außenpolitik und Landesverteidigung einen breiten parteiübergreifenden Konsens gebe.
Trotz unterschiedlicher parteipolitischer Ansätze bei Detailfragen sei der Schutz der taiwanischen Demokratie, die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit sowie die Wahrung des Friedens in der Taiwanstraße das gemeinsame, unumstößliche Ziel aller Parteien.
Die Reaktionen der internationalen Gemeinschaft im Krisenfall sei jedoch die am schwersten zu kalkulierende Variable. Um Taiwans internationale Sichtbarkeit präventiv zu erhöhen, formulierte der Parlamentspräsident drei konkrete Anliegen an Frankreich:
Frankreich möge seine gewichtige Rolle als ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat nutzen, um Taiwans Anliegen auf internationaler Bühne eine Stimme zu geben.
Durch eine Zunahme französischer Delegationsreisen nach Taiwan sollen die bilateralen Beziehungen weiter vertieft werden.
Französische Universitäten mögen Zweigstellen in Taiwan errichten, um Taiwan langfristig als wichtigen Bildungsstandort im asiatisch-pazifischen Raum zu etablieren.