Der australische Sicherheitsexperte Peter Layton, ehemaliger Oberst der Royal Australian Air Force und heute Gastforscher am Griffith Asia Institute, hat heute (13.) in einem Telefoninterview mit der taiwanischen Nachrichtenagentur CNA gewarnt: Während Partner im Indopazifik Drohnen gezielt zur Abschreckung Chinas ausbauen, habe Taiwans Parlament die Mittel für heimische Drohnen stark gekürzt. Das schwäche die Fähigkeit zur küstennahen Gefechtsführung. Als Beleg verwies er auf die jüngst beendete US‑philippinische Übung "Balikatan", bei der Drohnen streitkräfte‑ und länderübergreifend Ziele für Seezielflugkörper aufklärten.
Mit Blick auf die Taiwanstraße sagte Layton, Peking kenne die Wirkung von Drohnen im Verbund mit litoralen Systemen. Kürzungen in Taiwans heimischen Drohnenindustrie erleichterten es China, Taiwans Abwehr zu unterminieren. Taiwan müsse sich dann stärker auf US‑Waffen stützen, während Peking auf ein für China vorteilhaftes politisches Geschäft mit US‑Präsident Trump setze.
Layton verwies zudem auf den Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums, Jiang Bin (蔣斌), der am 9. Mai die Existenz der Pufferzone, die sogenannte "Mittellinie", in der Taiwanstraße bestritt. Das passe zu Chinas Grauzonen‑Taktiken und zum Versuch, kurz vor dem Treffen Trump–Xi zusätzlichen Druck auf die USA aufzubauen.