Taiwans Präsident Lai Ching‑te (賴清德) hat gestern (12.) per aufgezeichneten Video eine Rede beim neunten Kopenhagener Demokratiegipfel gehalten. Auf Einladung der Alliance of Democracies erklärte er, kein demokratisches Land könne angesichts autoritärer Expansion tatenlos zusehen. Er dankte den Partnern für jede Unterstützung, die Aggressoren abschrecke und gemeinsame Werte schütze. Zugleich bekräftigte er, Taiwan sei ein souveräner, unabhängiger Staat mit dem Recht und der Fähigkeit, sich international einzubringen. Versuche, Taiwan zu isolieren, änderten nichts an diesem Kurs.
Lai ordnete seine Botschaft in eine weltweite Auseinandersetzung zwischen Demokratie und Autoritarismus ein: von Europa über den Nahen Osten bis in den Indopazifik. Autoritäre Akteure setzten dabei auf militärische Drohungen, wirtschaftlichen Druck, Cyberangriffe und Grauzonen‑Taktiken. Er verwies auf seine im April geplante Reise nach Eswatini, die durch blockierte Flugrouten vereitelt worden sei. Dies zeige, dass autoritäre Regime internationale Gepflogenheiten missachteten. Nur mit vereinten Kräften könnten Demokratien eine belastbare Schutzlinie für Freiheit und Sicherheit aufbauen.
Mit Blick auf das 30. Jahr direkter Präsidentschaftswahlen in Taiwan sagte Lai, die Insel habe ihre Demokratie stetig vertieft und werde trotz äußerer Herausforderungen nicht weichen.