Am 7. Mai meldete die taiwanische Festlandkommission, dass zwei taiwanische Regierungsangestellte bei Reisen auf das chinesische Festland von dortigem Sicherheitspersonal befragt worden seien. Beamte der Einwanderungsbehörde sowie des Zolls sollen auf ihren jeweiligen Reisen nachts in ihren Hotels von Sicherheitspersonal aufgesucht worden sein. Sie seien zwei beziehungsweise vier Stunden lang über ihre Familie, Bildung und ihre Arbeit befragt worden, und ihre Mobiltelefone seien inspiziert worden, so der Sprecher der Festlandkommission Liang Wen-chieh (梁文傑) am 7. Mai. Nach ihrer Rückkehr hätten sie die Vorfälle in Taiwan gemeldet.
Das chinesische Büro für Taiwan-Angelegenheiten wies diese Vorwürfe am 13. Mai zurück und sagte, es handele sich um “erfundene Gerüchte, um das Festland negativ darzustellen”. Solange keine illegalen oder kriminellen Aktivitäten ausgeübt würden, gebe es keinen Grund zur Besorgnis bei Reisen auf das Festland.
Die taiwanische Festlandkommission wiederum sagte am Abend des 13. Mai, beide Vorfälle seien eindeutig belegt. Anstatt Ausreden zu suchen, Tatsachen zu leugnen und alles abzustreiten, sollte das Büro für Taiwan-Angelegenheiten lieber seine eigenen Sicherheitsbehörden zügeln und die Kontrollen und Belästigungen taiwanischer Reisender einstellen. Aus den Vorfällen gehe hervor, dass die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) sogar über die Reiseroute und die Unterkünfte der Beamten informiert gewesen sei. Die Festlandkommission rate daher Beamten, nicht nach China zu reisen, wenn sie keinen wichtigen Grund dafür haben.