Präsident Lai Ching‑te (賴清德) hat heute (20.) zum zweiten Amtsjubiläum gemeinsam mit Vizepräsidentin Hsiao Bi-khim, dem Generalsekretär des Präsidialamtes, Pan Meng-an (潘孟安), eine Pressekonferenz abgehalten. Er nannte in seiner Rede drei zentrale politische Leitlinien: Schutz der demokratischen Lebensweise, Wahrung des friedlichen Status quo in der Taiwanstraße und Wirtschaftsentwicklung sowie Aufbau eines widerstandsfähigeren, wettbewerbsfähigeren und menschenorientierteren Taiwans. Lai sagte, die Zukunft Taiwans solle von ihren 23 Millionen Bewohnern entschieden werden. Er rief Regierung und Opposition zur Einigkeit auf und warnte vor Einheitsfront‑Taktiken, die eine Vereinigung als Frieden verkaufen. Taiwan sei zu Dialog bereit, lehne aber jede Herabsetzung ab und werde weder Souveränität noch demokratische Lebensweisen opfern.
Unter dem Titel "30 Jahre Direktwahl des Präsidenten – mutig in die Zukunft" blickte Lai auf die Entwicklung seit 1996. Er verwies auf zwei herausfordernde Jahre mit autoritärem Druck, einer Neuordnung der Lieferketten und Blockaden im Parlament, betonte aber, Taiwan gehe seinen Weg weiter. Zur China‑Politik sagte er, der Schutz des Status quo der Republik China bedeute keinen Schritt in Richtung Unabhängigkeit, und dass Republik China und Volksrepublik China einander nicht untergeordnet sind. Das von der Oppositionspartei KMT geforderte Konsens von 1992 entspreche nach Pekings Lesart dem Ein‑China‑Prinzip und laufe auf "ein Land, zwei Systeme" hinaus, was die taiwanische Bevölkerung nicht akzeptiere.