Schon zweimal hat US-Präsident Donald Trump in der vergangenen Woche davon gesprochen, mit dem taiwanischen Präsidenten Lai Ching-te (賴清德) über Rüstungskäufe telefonieren zu wollen. Nach einer entsprechenden Bemerkung auf dem Rückweg von seinem Treffen mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping in Peking wiederholte er seine Aussage am 20. Mai gegenüber Journalisten am Regierungsflughafen Joint Base Andrews in Maryland.
Gefragt, ob er vorhabe, mit Präsident Lai zu sprechen, bevor er eine Entscheidung über die Waffenverkäufe an Taiwan treffe, sagte Trump: “Ich werde mit ihm sprechen, ich spreche mit allen”. Trump fügte hinzu, er habe die Lage im Griff und habe ein großartiges Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping (習近平) gehabt. Er sagte, man werde gemeinsam an der Lösung des „Taiwan-Problems“ arbeiten.
Nach dem Gipfeltreffen zwischen Trump und Xi Anfang Mai erklärte Trump, er werde in naher Zukunft eine Entscheidung über das jüngste Waffenpaket im Wert von 14 Milliarden US-Dollar für Taiwan treffen, nannte jedoch keinen konkreten Zeitrahmen.
Die Ankündigung stellt eine Abweichung von diplomatischen Normen dar. Der DPP-Abgeordnete Shen Fa-hui (沈發惠) wies heute bei einer Fragestunde im taiwanischen Parlament darauf hin, dass ein Anruf zwischen Trump und Lai Ching-te den ersten direkten Dialog auf hoher Ebene zwischen Taiwan und den USA in 40 Jahren darstellen würde.
Pan Men-an (潘孟安), Generalsekretär des Präsidialamts, erklärte am Donnerstag, dass das taiwanische Präsidialamt und der Nationale Sicherheitsrat Trumps Chinareise genau verfolgt hätten, bislang jedoch noch kein Telefonanruf eingegangen sei. Sollte es einen Anruf geben, würde man alle darüber informieren.