Die Vorsitzende der Oppositionspartei Kuomintang, Cheng Li‑wun (鄭麗文), hat heute (27.) angekündigt, am 1. Juni zu einer zweiwöchigen USA‑Reise aufzubrechen. Stationen sind San Francisco, Boston, New York, Washington und Los Angeles. Die Rückkehr ist für den 16. Juni vorgesehen. Geplant sind Gespräche mit Forschenden an Harvard, MIT, Columbia und Stanford sowie Treffen mit Mitgliedern des US‑Kongresses, Regierungsstellen, Denkfabriken und der taiwanischen Diaspora. Als Begründung nannte sie die Vorstellung der Linie der Kuomintang zur Stabilität in der Taiwanstraße auf Basis der Verfassung der Republik China.
Sie betonte, dass die Verfassung der Republik China Taiwans wichtigster Schutz sei und dass die Demokratische Fortschrittspartei (DPP) diese als Vorwand für Taiwans Unabhängigkeit nutzen wolle, um die Verfassung der Republik China zu einem Todesurteil für den Konflikt zwischen den beiden Seiten der Taiwanstraße zu machen. Stattdessen biete sie als "Ein‑China‑Verfassung" Spielraum, um Gemeinsamkeiten zu suchen, Dialog zu führen und Frieden sowie Stabilität zwischen beiden Seiten der Meerenge zu sichern. Sie warf der Regierungspartei DPP vor, den Verfassungsrahmen auszuhöhlen und damit Risiken für die Sicherheit in der Taiwanstraße zu erhöhen. Zugleich betonte sie den Anspruch der Kuomintang, einen Kurs der Deeskalation zu verfolgen, der den Interessen der 23 Millionen Menschen in Taiwan ebenso diene wie denen der internationalen Partner, einschließlich der USA. Geplant ist auch ein Vortrag an der Columbia University.