Taiwans Präsident Lai Ching-te (賴清德) hat vor gravierenden Lücken in der Landesverteidigung durch jüngste Budgetkürzungen gewarnt. Bei der Inspektion von Militär- und Rüstungseinrichtungen im südtaiwanischen Kaohsiung drängte er am Freitag (29. Mai) auf einen raschen Ausbau der heimischen Waffenproduktion und eine stärkere Einbindung der Zivilwirtschaft.
Zusammen mit Verteidigungsminister Wellington Koo (顧立雄) besuchte Lai das für Munition und Infanteriewaffen zuständige „Werk 205“ des staatlichen Rüstungsamtes. Scharfe Kritik übte der Präsident an den im Parlament von der Opposition durchgesetzten Streichungen von militärischen Sonderbudgets. Als Beispiel nannte er sechs ursprünglich geplante neue Produktionslinien im Werk 205, die die Produktionskapazität von Munition verdoppeln sollten – ein Vorhaben, das durch die fehlenden Mittel nun auf der Kippe stehe.
Um Projekte wie den Ausbau der Luftverteidigung, unbemannte Systeme und die Ausrüstung von Reservisten zu sichern, kündigte das Staatsoberhaupt alternative Finanzierungswege an. Die Regierung prüfe spezifische Sondergesetze, Nachtragshaushalte oder eine Erhöhung des regulären Wehretats. Zudem forderte Lai, bei der Rüstungsproduktion künftig verstärkt Aufträge an private Unternehmen zu vergeben, um durch Synergien die Qualität und Kapazitäten zu steigern.