Der Austausch zwischen Taiwan und vielen europäischen Ländern hat sich in den vergangenen Jahren nach Angaben von Außenminister Lin zunehmend intensiviert.
Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) sprach am 29. Mai bei einem Mediengespräch über die Beziehungen zwischen Taiwan und Europa.
Lin hatte im vergangenen Jahr Tschechien, Italien, Österreich und Polen besucht. Im Mai dieses Jahres reiste er erneut nach Europa: In der Schweiz nahm er unter anderem in Genf an der "Taiwan Smart Healthcare and Health Tech Expo" teil und besuchte Bern. In Tschechien trat er auf Einladung bei einer Veranstaltung des Forums für Sicherheits- und Außenpolitik GLOBSEC in Prag auf und hielt dort eine Rede.
Lin wies auf die Bereiche hin, die sich aus seiner Sicht besonders gut weiterentwickeln ließen: "Ich denke, es gibt vier diplomatische Bereiche in Europa, in denen besonders viel Raum für Entwicklung ist: erstens die Parlamentsdiplomatie, zweitens die Technologiediplomatie, denn sie wollen alle mit Taiwan zusammenarbeiten, drittens die Kulturdiplomatie und viertens die Denkfabrik-Diplomatie. Wenn ich europäische Denkfabriken besuche, protestiert China sicherlich stark dagegen. Aber solche Proteste sind nicht unbedingt wirksam, weil diese Länder sagen, dass Denkfabriken dazu da sind, unterschiedliche Meinungen einzubringen – und manchmal muss ich auch abweichende Meinungen hören."
Die von Außenminister Lin Chia-lung seit seinem Amtsantritt vorangetriebene "Gesamtdiplomatie" umfasst derzeit 14 Bereiche, darunter Parlament, Technologie, Kultur und Denkfabriken, sowie Gesundheit, Umwelt, Nichtregierungsorganisationen, Städte und Sport.