Der tschechische Senatspräsident Miloš Vystrčil hat heute Vormittag, 3. Juni, in Taipei am "Havel-Dialog" teilgenommen und zum Thema "Human Rights and Responsibility in a Changing World" gesprochen. Eingeladen hatten das Tschechische Zentrum in Taiwan und die Denkfabrik Sinopsis, mit Unterstützung der Tschechischen Wirtschafts- und Kulturvertretung, der Chengchih Universität und der Havel‑Bibliothek. Vystrčil würdigte Václav Havel als mutigen Dissidenten und prägenden Staatsmann. Er verband das Gedenken mit drei Ereignissen von 1996: 30 Jahre Direktwahl des Präsidenten in Taiwan, 30 Jahre Senat in Tschechien und Havels Rede "Europa als Aufgabe".
Vystrčil betonte, Europa befinde sich in einer Übergangsphase und brauche neue Kraft aus Sicherheit, Resilienz und Rechtsstaat statt kurzfristigem Gewinn. Er warb für mehr Dialog und Vertrauen und verwies auf die "Havel‑Bank" in Taipei als Zeichen offener Gespräche. Ziel sei eine Zusammenarbeit, die Freiheit und Demokratie schützt und stärkt.
Auch Ex‑Präsidentin Tsai Ing‑wen (蔡英文) sprach bei der Veranstaltung. Sie verband Havels Leitgedanke "im Wahrhaftigen leben" mit dem demokratischen Alltag in Taiwan. Als aktuelles Beispiel nannte sie den preisgekrönten Roman "Taiwan Travelogue" (臺灣漫遊錄) von Yang Shuang‑zi (楊双子), übersetzt von Lin King (金翎). Sie rief dazu auf, Wahrheit, Freiheit und Menschenwürde zu bewahren und die Bande zwischen Taiwan und Tschechien weiter zu vertiefen.