Die Vorsitzende der taiwanischen Oppositionspartei Kuomintang (KMT), Cheng Li-wun (鄭麗文), ist derzeit auf Delegationsreise in den USA. Bei einem Treffen mit der Vizegouverneurin von Massachusetts, Kim Driscoll, standen am Donnerstag der Ausbau der wirtschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit sowie Taiwans demokratische Rolle im Mittelpunkt. Im Gespräch zog Cheng historische Parallelen zwischen der demokratischen Entwicklung beider Staaten und appellierte daran, in der aktuellen Weltlage auf Kooperation statt auf Konfrontation zu setzen. Vizegouverneurin Driscoll lobte Taiwans demokratische Errungenschaften und betonte das Interesse ihres Bundesstaates, die engen bilateralen Beziehungen im Hightech- und Wissenschaftssektor weiter auszubauen.
Neben ihren politischen Gesprächen in Boston und zuvor in San Francisco äußerte sich die Oppositionsführerin auch grundlegend zu geopolitischen Fragen. In einem Podcast-Interview beschrieb sie die USA als wichtigen Unterstützer Taiwans, während zu China familiäre Bindungen bestünden. Taiwan dürfe im Machtkampf der Großmächte weder zum Spielball noch zum Schlachtfeld werden. Der wahre Wert der Taiwans liege laut Cheng vielmehr darin, als Brücke der Verständigung zwischen Washington und Peking zu fungieren, anstatt sich gezwungenermaßen für eine Seite entscheiden zu müssen.