Bei der Computermesse COMPUTEX in Taipei (2. bis 5. Juni) hat Taiwan die technologische Zusammenarbeit mit seinen zentralamerikanischen Verbündeten in den Fokus gerückt. Das Central America Trade Office (CATO) – eine gemeinsame Einrichtung Taiwans und seiner diplomatischen Partner in der Region – präsentierte auf der Messe im „Zentralamerika-Pavillon“ gemeinsame IT- und Cybersicherheitsprojekte mit Guatemala und Belize.
Das Büro nutzte die internationale Aufmerksamkeit der COMPUTEX, um auf die technologischen Errungenschaften der Bündnispartner hinzuweisen. So stamme etwa Luis von Ahn, der Mitbegründer der weltweit bekannten Lern-App Duolingo und Mitentwickler der CAPTCHA-Technologie, aus Guatemala. Auch bei der Entwicklung früher Handy-Klingeltöne habe ein Erfinder aus Belize eine zentrale Rolle gespielt. Die Kernbotschaft der Kampagne: Wegweisende Technologie-Ideen entstehen nicht nur in den IT-Großmächten.
Die Regierung in Taipei unterstützt die digitale Entwicklung vor Ort aktiv. Im Rahmen von acht Leitprojekten hilft Taiwan unter anderem bei der Umsetzung einer guatemaltekischen Initiative zum Aufbau einer heimischen Halbleiterindustrie. Yeh Chih-cheng (葉至誠), Direktor für internationale Wirtschaftskooperation im taiwanischen Außenministerium, betonte, dass Taiwan im Sinne einer integrativen Diplomatie seine Expertise und smarte Lösungen als Gesamtpaket exportiere, um verbündete Staaten an den eigenen Erfahrungen teilhaben zu lassen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die digitale Sicherheit. Über eine internationale Kooperationsplattform organisierte Taiwan erst im Mai gemeinsam mit den USA ein Trainingscamp in Belize. Ziel des Seminars war es, lokale Fachkräfte im Umgang mit Cybersicherheitsrisiken im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz zu schulen und beim Aufbau einer sicheren digitalen Infrastruktur zu helfen.