Taiwans Armee hat heute (10.) in Taichung erstmals das aus den USA beschaffte Mehrfachraketen-Artilleriesystem HIMARS (High Mobility Artillery Rocket System) mit scharfer Munition in einem Einsatzraum getestet. Die Übung fand im Rahmen des jährlichen schweren Artillerieschießens des 10. Armeekorps mit dem Ziel eines möglichst realistischen Trainings. Der Kompaniechef Ke Ming-bin (柯明斌) erklärte, es sei in diesem Jahr das erste Mal gewesen, dass die Einheit nach einem Befehl schnell in die Stellung verlegt und dort das Schießtraining durchgeführt habe.
Nach Militärangaben wurde ein Szenario mit überregionaler Feuerunterstützung für Ziele im Norden geübt. Eingesetzt wurden sechs HIMARS-Fahrzeuge, jedes mit sechs M28-Übungsraketen. Geplant waren insgesamt 36 Schüsse in drei Phasen. Abgegeben wurden am Ende 32 Raketen, vier Schüsse fielen aus. Der Stabsoffizier Weng Yi-ming (翁一鳴) sagte, als erste Einschätzung gelte eine Störung im Computersystem. Ein ähnliches Problem habe es bereits im vergangenen Jahr gegeben. Danach habe die US-Seite bei einer Aktualisierung und einem Software-Upgrade geholfen. Der Fall solle nun erneut mit den USA besprochen werden.
Während der Übung kam es wegen kurzfristiger Luftraumsperrungen mehrmals zu Unterbrechungen. Das Militär erklärte, die nötigen Anträge seien zwar vorher gestellt worden, wegen des schlechten Wetters hätten sich aber einige Flüge verspätet. Alle Abläufe seien nach den geltenden Standardverfahren erfolgt.