Taiwan treibt den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft voran. Nach der Verabschiedung eines neuen Rahmengesetzes durch das taiwanische Parlament präsentierte das Umweltministerium am Freitag ein staatliches Zertifizierungssiegel für ressourcenschonende Produkte.
Das Anfang Juni verabschiedete „Gesetz zur Förderung des Ressourcenkreislaufs“ verankert umweltfreundliches Produktdesign und Abfallvermeidung an der Quelle erstmals rechtlich. Umweltminister Peng Chi-ming (彭啓明) betonte bei der Vorstellung in Taipei, eine nachhaltige Produktion sei keine Wohltätigkeit, sondern ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell. Nachhaltiges Wirtschaften werde zum „internationalen Pass“ und damit zu einem essenziellen Wettbewerbsvorteil für taiwanische Exportunternehmen auf dem Weltmarkt.
Das neue Umweltsiegel soll Verbrauchern die Identifikation ökologischer Waren erleichtern. Zertifiziert werden zunächst Produkte aus Kategorien wie Textilien, Kunststoffen und Glas. Voraussetzung sind die Nutzung von sortenreinen oder recycelten Materialien sowie ein reparaturfreundliches Design. Der Staat kündigte an, zertifizierte Produkte künftig bei öffentlichen Ausschreibungen gezielt zu bevorzugen.
Um Taiwans grüne Innovationskraft zu demonstrieren, begleitet das Ministerium die Einführung mit einer Nachhaltigkeitsmesse in Taipei. Gezeigt werden marktreife Praxisbeispiele der heimischen Industrie, z.B. Regenschirme, deren Stoff aus recycelten PET-Flaschen und deren Griffe aus alten Autoreifen bestehen und Textilien, die aus den in Taiwan jährlich anfallenden rund 800.000 Tonnen Ananasblatt-Abfällen gewonnen werden.