Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat gestern (16.) bei der Veranstaltung "Poland Invest" angekündigt, dass die Verhandlungen mit der taiwanischen Hon-Hai-Gruppe Foxconn über eine Zusammenarbeit bei Elektroautos bis zum Herbst abgeschlossen werden sollen, so berichtet die polnische Nachrichtenagentur PAP Biznes. Geplant sind ein Forschungs- und Produktionszentrum für Elektroautos im südpolnischen Jaworzno zusammen mit dem Unternehmen Electro Mobility Poland sowie eine Halbleiterfabrik in Miękinia in Niederschlesien.
Nach Tusks Angaben sollen in Jaworzno drei mittelgroße SUV-Modelle entwickelt und gebaut werden. Neben dem E-Auto-Projekt machte er auch die Halbleiterpläne mit Foxconn öffentlich. Die Gespräche darüber seien weit fortgeschritten. Tusk sagte, Polen wolle zusammen mit dem taiwanischen Partner einen doppelten Industriekurs aufbauen: mit Elektroautos auf der einen und Halbleitern auf der anderen Seite.
Nach einem Bericht des polnischen Radiosenders RMF24 war der Standort in Miękinia ursprünglich für ein Werk des US-Konzerns Intel vorgesehen. Intel hatte das Projekt 2023 angekündigt, sich aber im Juli 2025 wieder daraus zurückgezogen. Tusk erklärte, Polen habe an dem Standort bereits investiert und die Infrastruktur vorbereitet. Deshalb habe die Regierung nach dem Ausstieg von Intel direkt Gespräche mit Foxconn über eine neue Nutzung des Geländes aufgenommen.