Taiwan ist bei den 20. Silicon Saxony Days 2026 in Dresden erstmals als offizielles Partnerland vertreten. Die Fachkonferenz des größten Mikroelektronik-Netzwerks Europas läuft vom 15. bis 17. Juni am Flughafen Dresden und zieht nach Angaben der Veranstalter mehr als 2.000 Fachleute und Entscheider aus der Halbleiterbranche an. Taiwan ist an allen drei Tagen mit einem Stand vertreten. Auch das in Taipei ansässige Deutsche Wirtschaftsbüro ist mit einer Delegation auf der Fachkonferenz zugegen. Bei der Eröffnung am 15. Juni sagte Taiwans Vertreter in Deutschland, Gu Rui-sheng (谷瑞生), Taiwan sei ein weltweites Beispiel für erfolgreiches "De-Risking" und für wirtschaftliche Widerstandskraft. Er warb für eine engere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Taiwan bei Halbleitern, Künstlicher Intelligenz und grüner Energie.
Gu betonte, Taiwan und Deutschland verbinde nicht nur Technik, sondern auch gemeinsame demokratische Werte. Er hob hervor, dass Taiwan eine Schlüsselrolle bei modernen Chips und KI-Servern spiele. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass der Verband "Silicon Saxony" künftig noch stärker dabei hilft, deutsche Mittelständler mit Taiwans Halbleiter-Lieferkette zu vernetzen. Auch taiwanische Unternehmen sollten leichter Teil des industriellen Kerns in Europa werden.
Ein weiteres Signal kam aus Sachsen. Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte, Taiwans Leistungen im Hightech-Bereich seien für Deutschland ein wichtiges Lernfeld. Er sicherte Unterstützung für das Halbleiterprojekt ESMC von TSMC in Dresden zu. Außerdem wurde bei der Veranstaltung ein neues Deutsch-Taiwanisches Wirtschaftsforum gegründet, initiiert von Daniela Kluckert, ehemalige Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, sowie dem ehemaligem Bundestagsabgeordneten Frank Müller-Rosentritt. Gu und Kretschmer unterzeichneten dazu eine Gründungsurkunde. Das gilt als weiterer Schritt für engere Wirtschaftsbeziehungen.