Der Leiter des Europäischen Wirtschafts- und Handelsbüros, Lutz Güllner, hat am Nachmittag des 16. Juni die Nationale Menschenrechtskommission Taiwans besucht. Empfangen wurde er von der stellvertretenden Vorsitzenden Chi Hui-jung (紀惠容) sowie mehreren Kommissionsmitgliedern. Bei dem Treffen ging es um eine engere Zusammenarbeit zwischen Taiwan und der EU bei Menschenrechtsfragen, um den gesellschaftlichen Dialog über die schrittweise Abschaffung der Todesstrafe und um den Schutz der Arbeitsrechte von Wanderarbeitern. Ziel des Austauschs war es, Erfahrungen zu teilen und die künftige Zusammenarbeit zu vertiefen.
Güllner erklärte, Taiwan habe bei der Entwicklung von Menschenrechten in der Region eine wichtige Vorbildfunktion und sei für die EU ein gleichgesinnter Partner. Beim Thema Todesstrafe verwies Ji darauf, dass internationale Prüfer im Mai eine Aussetzung der Hinrichtungen empfohlen hätten, doch in Taiwan sei das Thema weiter umstritten und brauche einen sorgfältigen gesellschaftlichen Dialog. Güllner sagte, auch in Europa sei die Abschaffung der Todesstrafe ein langer Prozess gewesen und habe breite gesellschaftliche Diskussionen gebraucht. Kommissionsmitglied Kao Yung-cheng (高涌誠) erklärte, die seit 2023 bestehende Arbeitsgruppe zur schrittweisen Abschaffung der Todesstrafe arbeite auch an besserer Unterstützung für Angehörige von Opfern.
Zum Abschluß lud Güllner die Kommission zu einem EU-Taiwan-Seminar über Arbeitsrechte am 30. Juni ein. Ji betonte, dass die Rechte von Wanderarbeitern schon lange ein wichtiger Schwerpunkt der Kommission seien und der Austausch mit Europa dabei helfen könne, den Schutz weiter zu verbessern.