Der stellvertretende Verteidigungsminister Hsu Szu-chien (徐斯儉) hat heute, am 17. Juni, in Taipei auf Berichte zum US-Verteidigungsgesetz für 2027 reagiert. Demnach hat der Streitkräfteausschuss des US-Senats seine Prüfung der Bestimmungen des National Defense Authorization Act für 2027 (NDAA) abgeschlossen und damit erstmals mit der Tradition gebrochen, Taiwan und die Philippinen als unabhängige Verteidigungsakteure zu behandeln. Stattdessen werden die beiden Länder in ein gemeinsames Verteidigungsabkommen mit dem Namen "First Island Chain Security Cooperation Initiative" integriert, das die vorherige "Taiwan Security Cooperation Initiative" ersetzt. Hsu sagte im taiwanischen Parlament, es handle sich vor allem um eine Umbenennung und Ausweitung des Rahmens. Die grundlegenden Inhalte und Mechanismen blieben nach jetzigem Stand aber unverändert.
Hsu erklärte, die bisherige Initiative habe schon jetzt mit Finanzmitteln, gemeinsamer Ausbildung und militärischer Vorratshaltung dazu gedient, Taiwan beim Umgang mit regionalen Bedrohungen zu unterstützen. Nun würden offenbar Name, Umfang und Empfängerkreis erweitert, ohne dass Taiwan ausgeschlossen werde. Zu dem im Gesetz ebenfalls erwähnten neuen Programm für Kriegsreservebestände sagte Hsu, dies sei eine neue Entwicklung. Taiwan müsse die genaue Bedeutung erst noch mit den USA klären.
Mit Blick auf die eigene Verteidigung betonte Hsu außerdem, dass der Bedarf an unbemannten Systemen und an Abwehr gegen Drohnen auf dem modernen Schlachtfeld weiter steige. Das Verteidigungsministerium werde deshalb nach den Vorgaben des Kabinetts weiter planen. Zu den anstehenden Lieferungen neuer Waffen, darunter F-16V-Blöcke, MQ-9B-Drohnen und das Volcano-Minenlegesystem, sagte er, die Streitkräfte begännen mit der Ausbildung schon vor der Übergabe der Systeme und warteten nicht erst auf die Ankunft der Waffen.