In Taiwan ist erneut eine Diskussion über Obstexporte nach China entbrannt.
Am 13. Juni hatte die Taitunger Landrätin Yao Ching-ling (饒慶鈴) mit einer Videobotschaft am umstrittenen Taiwanstraßen-Forum in der chinesischen Provinz Fujian teilgenommen. Darin bewarb sie landwirtschaftliche Produkte aus Taiwan. Im Rahmen des Forums erklärte China auch, mehr landwirtschaftliche Produkte aus Taiwan importieren zu wollen.
Bei der Wiedereröffnung der Jiji-Bahnlinie im Landkreis Nantou am heutigen Donnerstag (26. Juni) äußerte sich auch Präsident Lai Ching-te (賴清德) zum Thema der Landwirtschaftsexporte. Er wies zunächst darauf hin, dass die Schließung der Jiji-Bahnlinie nach schweren Erdrutschen infolge von Starkregen im Jahr 2021 die touristische Entwicklung der Region schwer getroffen habe und versprach Unterstützung bei der Wiederbelebung der Tourismusbranche vor Ort.
Im Bezug auf die für Nantou wichtige Tee-Industrie wies Lai darauf hin, dass die Zentralregierung bei den Zollverhandlungen mit den USA erwirkt hatte, dass taiwanischer Tee zollfrei in die USA eingeführt werden kann. Auch Mangos aus Tainan, Pingtung und Kaohsiung sowie Flamingoblumen und Schmetterlingsorchideen seien zollfrei.
Viele Menschen würden fälschlicherweise glauben, China sei weiterhin der wichtigste Exportmarkt für landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Taiwan. Tatsächlich seien jedoch die USA der größe Exportmarkt für taiwanische Landwirtschaftsprodukte, und Japan der größte Exportmarkt für taiwanisches Obst.
Der Präsident erklärte weiter, China sei mittlerweile in der Lage, taiwanische Agrarprodukte selber großflächig anzubauen, was zu einer Konkurrenzsituation führe. In den letzten Jahren habe China seine Politik gegenüber taiwanischen Agrarprodukten geändert.
Unter anderem seien immer wieder die Einfuhr von taiwanischen Agrar- und Fischereiprodukten unter Vorwänden wie „Nichteinhaltung von Hygienestandards“ oder „Nichteinhaltung von Prüfvorschriften“ verboten worden. Kürzlich sei zudem der Nullzoll für 15 Obstsorten, 11 Gemüsesorten und 8 Fischereiprodukte aus Taiwan aufgehoben worden. Auf Zimtäpfel aus Taitung beispielsweise werde nun ein Zollsatz von 29% fällig, was es für taiwanische Agrarprodukte schwer mache, auf dem chinesischen Markt zu bestehen.
Dahingegen zeige der erfolgreiche Einstieg von taiwanischen Mangos und anderen Obstsorten in den französischen Premium-Markt die Richtung für den zukünftigen Export taiwanesischer Agrarprodukte auf, so der Präsident.