Der prominente Hongkonger Buchhändler und Dissident Lam Wing-kee (林榮基) ist am Donnerstagabend (2. Juli) im Alter von 70 Jahren in einem Taipeier Krankenhaus den Folgen einer Krebserkrankung erlegen. Lam war eine Symbolfigur der Hongkonger Demokratiebewegung. Weltweite Bekanntheit erlangte er, als er im Jahr 2015 im Zuge der sogenannten Causeway Bay-Buchhändler-Affäre wegen des Verkaufs china-kritischer Literatur vom chinesischen Sicherheitsapparat verschleppt und monatelang festgehalten wurde. Noch vor Inkrafttreten des umstrittenen Nationalen Sicherheitsgesetzes in Hongkong siedelte er nach Taiwan über, wo er seine geschlossene Buchhandlung neu eröffnete und bis zuletzt aktiv an Protesten gegen das Vorgehen Pekings teilnahm.
Taiwans Präsident Lai Ching-te (賴清德) drückte den Angehörigen in einer Stellungnahme sein tiefstes Beileid aus. Lam habe auf schmerzhafte Weise am eigenen Leib erfahren, was autoritäre Unterdrückung bedeute, sich aber dennoch nicht zum Schweigen bringen lassen, betonte der Präsident. Die Wiedereröffnung seiner Buchhandlung in Taipei habe einen wichtigen Zufluchtsort für Exil-Hongkonger geschaffen und diene als beständiges Symbol für den unschätzbaren Wert der Meinungsfreiheit.
Auch Taiwans Festlandkomission würdigte Lams Mut und Widerstand und kündigte an, dessen Familie sowie den involvierten Pastor Huang Chun-sheng (黃春生) bei der Organisation der Beisetzung umfassend zu unterstützen.