Taipei – 7. Juli 2026. Taiwans Vizepräsidentin Hsiao Bi-khim (蕭美琴) verurteilte am Dienstag den Angriff auf den in Taiwan lebenden Autor und Journalisten Akio Yaita. Der China-Kritiker war am Montag in Taichung von einem 33-jährigen chinesischen Staatsangehörigen mit Wohnsitz in Hongkong ins Gesicht geschlagen worden.
„In Taiwan schätzen wir die Meinungsfreiheit. Wir werden Gewalt nicht tolerieren“, erklärte Hsiao am Rande der Konferenz „China in the World (CITW) 2026“ in Taipeh. Der Vorfall zeige, dass Taiwan seine Anstrengungen zum Schutz der Meinungsfreiheit verstärken müsse.
Präsidialamtssprecherin Karen Kuo bezeichnete den Angriff als mögliches Beispiel grenzüberschreitender Repression. Das Präsidialamt verurteile die Tat aufs Schärfste. Auch die regierende Demokratische Fortschrittspartei (DPP) sprach vom ersten mutmaßlichen Fall chinesischer „transnationaler Repression“ in Taiwan seit Inkrafttreten des chinesischen Gesetzes zur Förderung der ethnischen Einheit am 1. Juli.
Das im März verabschiedete Gesetz verpflichtet chinesische Staatsangehörige, die nationale Wiedervereinigung zu unterstützen. Es sieht zudem rechtliche Konsequenzen für Personen oder Organisationen im In- und Ausland vor, die nach chinesischer Auffassung die ethnische Einheit untergraben.
Bislang gibt es jedoch keine Belege für das Motiv des Angreifers oder einen direkten Zusammenhang zwischen der Tat und dem neuen Gesetz.