Taiwans Präsident Lai Ching-te (賴清德) hat am heutigen Mittwoch den Parlamentspräsidenten von Guatemala, Luis Alberto Contreras Colindres, zu Gesprächen in Taipei empfangen. Bei dem Treffen betonte Lai die Bedeutung des zentralamerikanischen Staates, einem der wenigen verbliebenen offiziellen diplomatischen Verbündeten Taiwans, als strategischen Knotenpunkt für taiwanische Investitionen auf dem süd- und mittelamerikanischen Markt.
Präsident Lai würdigte die wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Staaten und kündigte an, taiwanische Unternehmen verstärkt zu Investitionen in Guatemala zu ermutigen. Die Handelsbeziehungen haben sich laut Lai positiv entwickelt: In den vergangenen zwei Jahren überstiegen die guatemaltekischen Exporte nach Taiwan jeweils den Wert von 130 Millionen US-Dollar (rund 113 Millionen Euro). Mittlerweile ist das Land der wichtigste Lieferant von Rohrzucker und der viertgrößte Kaffeelieferant Taiwans.
Neben dem Agrarsektor soll auch die Kooperation im Bereich der Hochtechnologie weiter ausgebaut werden. Taiwan unterstützt Guatemala bei dessen nationaler Entwicklungsstrategie zum Aufbau einer Halbleiterindustrie. Entsprechende Absichtserklärungen sowie Vereinbarungen zu politischen Konsultationsmechanismen waren bereits im vergangenen Jahr während eines Staatsbesuchs des guatemaltekischen Präsidenten Bernardo Arévalo in Taipei unterzeichnet worden.
Parlamentspräsident Contreras, der erstmals eine offizielle Delegation nach Taiwan anführt, bekräftigte bei dem Treffen die enge Verbundenheit beider Länder. Er versicherte, dass Guatemala Taiwan stets ein verlässlicher Freund bleiben werde. Sein Besuch markiere einen historischen Moment, um die strategische Allianz und die diplomatischen Beziehungen der beiden Nationen weiter zu festigen.