Nach dem Fund eines krebserregenden Stoffes in Speiseöl weitet sich in Taiwan ein Lebensmittelskandal aus. Premierminister Cho Jung-tai (卓榮泰) ordnete am Mittwoch in der Kabinettssitzung ein Fünf-Punkte-Programm an, um die betroffenen Produkte vom Markt zu nehmen und Verbraucher zu schützen. Sämtliche Öle, die der Hersteller Zhonglian zwischen April und Juni produziert hat, sowie daraus abgeleitete Folgeprodukte werden mit sofortiger Wirkung vorsorglich aus dem Handel genommen.
Auslöser ist mit dem Stoff Benzo[a]pyren belastetes Sojaöl der Firma Zhonglian. Die Substanz gilt als Karzinogen der höchsten Gefahrenstufe. Nach Angaben der taiwanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde ist die Zahl der betroffenen Produkte inzwischen auf 401 gestiegen.
Cho verwies auf die jüngsten Untersuchungen: Das Gesundheitsministerium habe für April und Mai jeweils eine Charge mit überhöhten Werten festgestellt, die zwingend zurückgerufen werden müsse. Zur Sicherheit würden darüber hinaus auch die übrigen Öle aus dem Produktionszeitraum sowie Produkte der ersten und zweiten Verarbeitungsstufe vom Markt genommen, um das Risiko einer weiteren Verbreitung zu senken.
Um die Rechte der Verbraucher zu wahren, sollen Zentral- und Kommunalregierung gemeinsam Sammelklagen unterstützen; die Kosten trage der staatliche Lebensmittelsicherheitsfonds. Regierungssprecherin Lee Hui-chih (李慧芝) erklärte, nach dem Lebensmittelsicherheits- und dem Verbraucherschutzgesetz gebe es dafür entsprechende Mechanismen, die nun gemeinsam genutzt würden.
Bei der Rückgabe soll das Gesundheitsministerium gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium und weiteren Stellen darauf hinwirken, dass die Händler Rücknahmen großzügig, schnell und unbürokratisch abwickeln. Ziel sei, dass Kunden die Ware umtauschen oder zurückgeben können, sofern sie den Kauf etwa durch Produkt, Quittung, Rechnung oder Zahlungsbeleg nachweisen können.