Taiwan und das Königreich Eswatini wollen künftig enger bei der Bekämpfung von Korruption und Cyberkriminalität zusammenarbeiten. Bei einem Treffen mit einer Delegation aus dem südafrikanischen Land bekräftigte der taiwanische Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) am Donnerstag, beide Seiten trieben derzeit den Abschluss eines Abkommens über gegenseitige Rechtshilfe voran. Eswatini ist der einzige verbliebene diplomatische Verbündete Taiwans in Afrika.
Wie das Außenministerium in Taipei am Freitag mitteilte, empfing Lin eine fünfköpfige Delegation unter Leitung von Prinz Simelane Dlamini, dem Minister für Justiz und Verfassungsfragen, sowie dessen Ehefrau. Bei dem Treffen sei es um eine engere justizielle Zusammenarbeit und um Fragen der nationalen Entwicklung gegangen.
Lin verwies auf seinen Besuch im Mai, als er Präsident Lai Ching-te (賴清德) auf einer Staatsvisite nach Eswatini begleitet hatte. Die Beziehungen beider Länder seien so eng wie unter Familienmitgliedern. Er erwarte und begrüße einen erneuten Besuch von König Mswati III. in Taiwan im Laufe des Jahres. Gemeinsam arbeite man weiter an Großprojekten wie einem Industrie- und Innovationspark sowie strategischen Öl-Reservetanks, die Eswatini helfen sollen, Investitionen anzuziehen und seine Energieversorgung zu sichern.
Prinz Simelane dankte für den Empfang. Neben den Gesprächen mit dem Justizministerium über Korruptionsbekämpfung, Cyberkriminalität und das geplante Rechtshilfeabkommen traf die Delegation auch zehn eswatinische Kadetten, die an der taiwanischen Heeresmilitärakademie ausgebildet werden. Zudem besichtigte sie Einrichtungen der Antikorruptionsbehörde sowie eine Raffinerie des staatlichen Ölkonzerns CPC. Die Freundschaft zwischen beiden Ländern bezeichnete er als gefestigt; Eswatini habe sich dank taiwanischer Unterstützung deutlicher entwickelt als andere afrikanische Staaten.