Nach den Durchsuchungen von zwei Buchhandlungen in Hongkong sowie der Verhaftung von fünf Buchhändlern am Mittwoch (15. Juli) hat der taiwanische Präsident Lai Ching-te (賴清德) heute die Bedeutung von unabhängigen Buchhandlungen betont.
Bei den betroffenen Buchhandlungen handelt es sich Medienberichten zufolge um “Have a Nice Stay” sowie “Greenfield Book Store”. Die Hongkonger Polizei meldete, man habe zwei Männer und drei Frauen wegen des Verdachts auf Verkauf von Gegenständen mit “aufrührerische Absicht” festgenommen, was einen Verstoß gegen das Nationale Sicherheitsgesetz von 2024 darstellen würde.
Am heutigen Donnerstag schrieb der taiwanische Präsident Lai Ching-te auf facebook, Buchhandlungen seien nicht nur Orte an denen Bücher verkauft würden, sondern auch Orte des Gedankenaustausches und der Aufbewahrung gesellschaftlicher Erinnerungen. Wenn Bücher heutzutage “Beweise von Straftaten” würden, seien Buchhandlungen gezwungen immer wieder zu raten, wo unbestimmte rote Linien verlaufen. Unter dieser Art von Druck könnten Menschen nicht mehr frei denken und sich ausdrücken, der Raum für öffentlichen Austausch würde immer weiter schrumpfen.
Taiwan habe das Verbot von Büchern und Zeitschriften sowie eine Unterdrückung der Meinungsfreiheit während der Zeit des Kriegsrechts erlebt. Es wisse daher, dass Demokratie und Freiheit nicht selbstverständlich seien. Taiwan werde weiterhin Demokratie und Freiheit schützen und hoffe, dass die vielfältigen Stimmen und Grundrechte der Hongkonger Gesellschaft den ihnen gebührenden Respekt und Schutz erfahren werden.