Der Außenminister von Papua-Neuguinea Justin Tkatchenko hat am Donnerstag (16. Juli) verkündet, dass man das taiwanische Vertretungsbüro in der papua-neuguineischen Hauptstadt Port Moresby schließen werde. Laut taiwanischem Außenministerium war dieser Schritt nicht im Vorhinein mit Taiwan besprochen worden.
Am Rande der Bio Asia-Taiwan Ausstellung äußerte sich die taiwanische Vizepräsidentin Bi-Khim Hsiao (蕭美琴) zu dem Vorfall. Sie bezeichnete Taiwans diplomatische Situation als “sehr, sehr schwierig”. China würde überall Druck auf die taiwanische Existenz ausüben, sowie auf die Chancen, seinen internationalen Handlungsspielraum auszuweiten. Der Schritt von Papua-Neuguinea, das taiwanische Vertretungsbüro zu schließen, sei ein “Rückschlag”. Man werde sich jedoch weiterhin für die taiwanischen Landsleute im Ausland einsetzen, sowie für den weiteren Ausbau der internationalen Zusammenarbeit.
Ein Sprecher des taiwanischen Außenministeriums sagte, man akzeptiere die einseitig verkündete Entscheidung der papua-neuguineischen Regierung nicht. Das Vertretungsbüro werde seine normale Arbeit fortsetzen. Im Rahmen der einschlägigen Vorschriften werde es die Interessen Taiwans wahren sowie taiwanischen Staatsbürgern gegenüber die notwendigen Dienstleistungen bereitstellen.
Der Sprecher sagte weiter, das taiwanische Außenministerium habe sich bereits mit gleichgesinnten Ländern in Verbindung gesetzt, um die Aufmerksamkeit und Unterstützung der internationalen Gemeinschaft zu gewinnen. Man habe außerdem umgehend eine Krisensitzung einberufen. Gemeinsam mit den zuständigen Ministerien werde das Außenministerium die bilaterale Zusammenarbeit sowie die wirtschaftlichen Beziehungen mit Papua-Neuguinea umfassend überprüfen und Maßnahmen erörtern, um die Interessen und die Würde Taiwans zu wahren.