Taiwan überprüft seine Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit Papua-Neuguinea. Dazu gehört auch der Kauf von Erdgas. Nach der jüngsten einseitigen Entscheidung Papua-Neuguineas, Taiwans Vertretungsbüro zu schließen, könnte Taiwan laut Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) Gegenmaßnahmen einleiten.
Dies erklärte Außenminister Lin am Samstag gegenüber Medienvertretern.
Der Außenminister von Papua-Neuguinea, Justin Tkatchenko, hatte am Donnerstag einseitig die Schließung von Taiwans Vertretungsbüro in Papua-Neuguinea bekanntgegeben.
Lin erklärte, innerhalb der Regierung Papua-Neuguineas gebe es weiterhin unterschiedliche Auffassungen über diese Entscheidung, insbesondere da die Überprüfung der Taiwan-Politik des Landes noch nicht abgeschlossen sei. Er wies darauf hin, dass die Behauptung einiger Vertreter Papua-Neuguineas, zwischen Taiwan und Papua-Neuguinea bestünden keine wirtschaftlichen Beziehungen, nicht zutreffe. Taiwan beziehe jährlich 1,2 Millionen Tonnen Erdgas aus Papua-Neuguinea. Dies entspreche fast einem Drittel der Erdgasexporte des Landes und stelle eine wichtige Einnahmequelle dar. Die taiwanische Regierung werde die Erdgasimporte überprüfen und notwendige Gegenmaßnahmen ergreifen.
Lin sagte, hinter der Angelegenheit stünden politischer Druck und wirtschaftlicher Zwang durch die Kommunistische Partei Chinas. Taiwan werde mit seinen Partnern zusammenarbeiten, um dieser neuen Form der Bedrohung gemeinsam entgegenzutreten. Er wies darauf hin, dass das US-Außenministerium am 17. Juli öffentlich seine Besorgnis über die einseitige Anordnung Papua-Neuguineas zur Schließung des Taipeh-Wirtschaftsbüros in Port Moresby geäußert habe. Dies sei ein weiteres Beispiel für die Einschüchterung Taiwans und seiner Partner weltweit durch Peking.