Nach dem Tod des Hongkonger Buchhändlers Lam Wing-kee (林榮基) am 2. Juli in Taipei wurde im Rahmen der Hongkong Menschenrechts-Ausstellung im 228-Museum ein Erinnerungsort eingerichtet, wo bereits über 100 Kondolenzbücher gefüllt wurden. Besucher reisten dafür zum Teil extra aus Hongkong an.
Die Jinan-Kirche plant für den 31. Juli einen Abschiedsgottesdienst. Der Zutritt zur großen Kapelle soll dabei nach vorheriger Anmeldung erfolgen, während die kleine Kapelle für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Es besteht zudem die Möglichkeit, eine digitale Kerze auf einer eigens eingerichteten Gedenk-Website anzuzünden.
Lam war eine Symbolfigur der Hongkonger Demokratiebewegung. Weltweite Bekanntheit erlangte er, als er im Jahr 2015 im Zuge der sogenannten Causeway Bay-Buchhändler-Affäre wegen des Verkaufs China-kritischer Literatur vom chinesischen Sicherheitsapparat verschleppt und monatelang festgehalten wurde.
Noch vor Inkrafttreten des umstrittenen Nationalen Sicherheitsgesetzes in Hongkong siedelte er 2019 nach Taiwan über, wo er seine geschlossene Buchhandlung neu eröffnete und bis zuletzt aktiv an Protesten gegen das Vorgehen Pekings teilnahm. 2024 wurde er taiwanischer Staatsbürger. Er verstarb im Alter von 70 Jahren an Lungenkrebs.