Das taiwanische Kabinett hat am heutigen Donnerstag (30. Juli) die Siraya offiziell als eines der indigenen Völker in Taiwan anerkannt. Die Siraya werden damit zum 17. rechtlich anerkannten indigenen Volk Taiwans, ein Meilenstein im Kampf von Pingpu-Völkern um offizielle Anerkennung. Im Gegensatz zu den anerkannten indigenen Völkern aus den taiwanischen Bergregionen galten die Pingpu-Völker aus dem taiwanischen Flachland lange als an die Han-Kultur assimiliert beziehungsweise “sinifiziert”.
Der stellvertretende Vorsitzende des taiwanischen Rat für indigene Völker Adralriw Abaliusu sagte heute in einer Sitzung des Parlamentarischen Ausschuss für Innenpolitik, man erwarte, dass Angehörige der Siraya ihren Status frühestens ab dem 13. August bei der jeweiligen Haushaltsregistrierungsbehörde registrieren können. Gleichzeitig werde man die Umsetzung entsprechender Begleitmaßnahmen in Gang setzen. Bislang seien 118 Rechtsvorschriften und Verordnungen identifiziert worden, die angepasst werden müssen.
Abaliusu sagte weiter, dass derzeit auch andere Pingpu-Gruppen, darunter die Taokas und die Taivoan Anträge auf Anerkennung gestellt haben. Sofern die entsprechenden Verfahren reibungslos ablaufen, könnte die Prüfung einiger Fälle durch den Rat für indigene Völker innerhalb eines halben Jahres abgeschlossen werden, woraufhin diese zur Genehmigung an das Kabinett weitergeleitet werden.