Taiwans 42. Militärübung Han Kuang hat heute (5. August) offiziell begonnen. Verteidigungsminister Wellington Koo (顧立雄) erklärte im Parlament, die Übung solle die Einsatzfähigkeit der Streitkräfte unter möglichst realistischen Bedingungen prüfen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wird dabei mit festen Szenarien, aber ohne vorher festgelegtes Drehbuch trainiert. So sollen die Truppen in fortlaufenden Szenarios ihre Befehlswege, Entscheidungen und Reaktionen überprüfen. Hintergrund ist Taiwans Ziel, die Verteidigungsbereitschaft weiter zu stärken.
Koo sagte, die Übung werde trotz chinesischer Aktivitäten rund um Taiwan wie geplant fortgesetzt. Die Volksbefreiungsarmee hatte gestern, am 4. August, in der Umgebung der Taiwanstraße eine sogenannte gemeinsame Gefechtsbereitschaftspatrouille durchgeführt. Koo erklärte, solche Störungen durch China seien nicht neu. Die Streitkräfte hätten dafür eigene Reaktionspläne, und einzelne Übungsteile würden deshalb nicht unterbrochen.
Zu möglichen US-Beiträgen äußerte sich Koo zurückhaltend. Er sagte, der militärische Austausch zwischen Taiwan und den USA werde enger. Taiwan wolle von den praktischen Erfahrungen der US-Streitkräfte lernen, um die eigene Kampffähigkeit zu verbessern. Laut Koo ist die Ausbildung die Grundlage der Kampfkraft; er hofft auf eine flächendeckende Unterstützung vonseiten der Bevölkerung.