Taipei – 7. August 2026. Neue US-Handelsmaßnahmen für Polysilizium und verwandte Produkte dürften sich nach Einschätzung von Branchenvertretern nur begrenzt auf Taiwans Solarindustrie auswirken.
US-Präsident Donald Trump unterzeichnete am Donnerstag eine Executive Order, die Mindestimportpreise für Polysilizium und dessen Folgeprodukte festlegt sowie einen zusätzlichen Zoll von 15 % auf Polysiliziumblöcke und daraus hergestellte Produkte einführt.
Polysilizium ist eine hochreine Form von Silizium, die als Rohstoff für die Herstellung von Halbleitern und Solarprodukten verwendet wird.
Die Maßnahmen werden auf Grundlage von Section 232 des Trade Expansion Act von 1962, in etwa US-Handelserweiterungsgesetz,eingeführt und sollen am 4. Dezember in Kraft treten.
Nach Angaben des Weißen Hauses sollen sie die US-Polysiliziumindustrie und deren Lieferketten vor Importen schützen, die als Gefahr für die nationale Sicherheit angesehen werden.
Für Produkte aus Taiwan, Japan, Südkorea, der Schweiz, Liechtenstein und den Mitgliedstaaten der Europäischen Union wird die kombinierte Belastung aus dem neuen Section-232-Zoll und den regulären US-Einfuhrzöllen auf 15 % begrenzt.
Für Produkte aus dem Vereinigten Königreich gilt ein zusätzlicher Section-232-Zoll von höchstens 10 %.
Von den neuen Maßnahmen betroffen sind neben Polysilizium auch Polysiliziumblöcke, Wafer, Solarzellen und Solarmodule.
Henry Chiang (江郅豪), Vizepräsident des Solarzellenherstellers TSEC Corp., erklärte gegenüber CNA, dass taiwanische Produkte im Vergleich zu denen wichtiger Wettbewerber wie China und mehreren Ländern Südostasiens von günstigeren Zollsätzen profitieren würden.
Dieser Unterschied werde die Auswirkungen der Maßnahmen auf taiwanische Anbieter begrenzen, sagte Chiang.
Er fügte hinzu, dass die US-Produktion von Polysilizium weiterhin nicht ausreiche, um die heimische Nachfrage zu decken. Amerikanische Hersteller seien daher auch künftig auf Importe angewiesen.
Die neuen Maßnahmen dürften deshalb vor allem die Kosten auf dem US-Markt erhöhen, ohne die Wettbewerbsverhältnisse in der Branche grundlegend zu verändern, so Chiang, der von anderen Experten seiner Branche bestätigt wurde.