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Außenministerium untersucht Vorwürfe von Mobbing am Arbeitsplatz gegen Gesandten in Genf 

10/08/2026 15:36
Redaktion: RTI Deutsch
Das Außenministerium untersucht Vorwürfe von Mobbing am Arbeitsplatz gegen Gesandten in Genf
Das Außenministerium untersucht Vorwürfe von Mobbing am Arbeitsplatz gegen Gesandten in Genf

Taipei – 10. August 2026. Taiwans Außenministerium (MOFA) hat eine Untersuchung gegen seinen ranghöchsten Vertreter in Genf, Greg Lee (李冠德), eingeleitet. Hintergrund ist eine von mehreren seiner Mitarbeiter eingereichte Beschwerde, in der ihm Mobbing am Arbeitsplatz und weiteres Fehlverhalten vorgeworfen werden.

Das Außenministerium erklärte gegenüber CNA in einer am Sonntag veröffentlichten Stellungnahme, es habe die Beschwerde gegen Lee erhalten und eine Sonderkommission eingerichtet. Diese bestehe überwiegend aus Personen außerhalb des Ministeriums und solle die Vorwürfe untersuchen.

Die Untersuchung werde sich auf die Vorwürfe des Mobbings am Arbeitsplatz konzentrieren, teilte das Ministerium mit. Andere Beschwerden über Fehlverhalten würden von den jeweils zuständigen staatlichen Behörden behandelt, ohne dass diese näher benannt wurden.

Die Stellungnahme des Außenministeriums erfolgte, nachdem mehrere taiwanische Nachrichtenmedien am Wochenende eine ähnliche Beschwerde gegen Lee erhalten und über den Fall berichtet hatten.

Die 134-seitige Beschwerde, die von „allen betroffenen Kollegen“ unterzeichnet wurde, führt sieben Kategorien mutmaßlich schwerwiegenden Fehlverhaltens von Lee auf. Er ist seit Dezember 2024 Leiter des Taipei Economic and Cultural Office in Genf.

Den Berichten zufolge, die sich auf die Beschwerde berufen, wird Lee unter anderem Mobbing am Arbeitsplatz, inkompetente Führung sowie die Nutzung öffentlicher Mittel für private Zwecke vorgeworfen.

Ein in den Berichten genanntes Beispiel betrifft den Vorwurf, Lee habe das Genfer Büro angewiesen, mit öffentlichen Geldern hochwertige Bettwäsche im Wert von mehr als 2.500 Schweizer Franken (3.090,79 US-Dollar) für seine private Wohnung zu kaufen.

Außerdem soll er rund 130.000 Taiwan-Dollar (4.034,13 US-Dollar) aus öffentlichen Mitteln für hochwertige Schokolade ausgegeben haben, die als Geschenke an „VIPs aus Taiwan“ gedacht gewesen sei, die an Veranstaltungen im Zusammenhang mit der von Taiwan organisierten Weltgesundheitsversammlung 2025 teilnahmen.

Laut der Beschwerde soll Lee anschließend Mitarbeiter des Büros aufgefordert haben, falsche Spesenabrechnungen einzureichen. Dabei habe er die Empfänger als diplomatische Kontakte bezeichnet, um eine Rückzahlungspflicht bei Prüfungen der Ausgaben zu umgehen.

Die Beschwerde enthält außerdem Aufzeichnungen privater Gespräche zwischen Lee und seinen Untergebenen, die laut den Beschwerdeführern ein Muster von erniedrigender verbaler Behandlung zeigen.

Den Berichten zufolge führte der unter hohem Druck ausgeübte Führungsstil bei mehreren Mitarbeitern zu körperlichen und psychischen Problemen, die eine medizinische Behandlung und die Einnahme von Medikamenten erforderlich machten.

Lee wird zudem vorgeworfen, in Genf wiederholt gegen Verkehrsregeln verstoßen zu haben, unter anderem durch überhöhte Geschwindigkeit. Nachdem die Schweizer Polizei eine offizielle Anfrage an die Vertretung geschickt hatte und um eine Stellungnahme bat, soll Lee die Angelegenheit den Berichten zufolge mehr als acht Monate lang nicht bearbeitet haben.

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