Taipei – 14. August 2026. Taiwans Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) erklärte, die Beziehungen zwischen Taiwan und den USA beruhten auf institutionellen Verbindungen, die über viele Jahre aufgebaut worden seien. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die USA Taiwan auch weiterhin mit Waffen beliefern werden. Lin äußerte sich in einem Interview, das er dem BBC World Service für die Sendung Newshour gab und das am gestrigen Donnerstag (13. August), veröffentlicht wurde.
Die BBC-Moderatorin Rebecca Kesby fragte Lin unter anderem nach Taiwans Vertrauen in die USA angesichts verschiedener Faktoren – darunter die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten auf die US-Waffenbestände und Waffenverkäufe an Taiwan, die Stationierung US-amerikanischer Streitkräfte im Indopazifik sowie die Bereitschaft und Fähigkeit der USA, im Falle einer Krise in der Taiwanstraße einzugreifen.
Lin erklärte, die Regierung von Präsident Donald Trump habe im vergangenen Jahr ein umfangreiches Waffenverkaufspaket für Taiwan im Wert von 11 Milliarden US-Dollar genehmigt. US-Außenminister Marco Rubio habe außerdem öffentlich erklärt, dass ein weiteres Paket im Wert von 14 Milliarden US-Dollar noch geprüft werde. Lin betonte, dass „in Prüfung“ nicht bedeute, dass das Paket „ausgesetzt“ sei. Taiwan sei weiterhin „zuversichtlich hinsichtlich der Lieferung und der Kontinuität“ der Waffenlieferungen.
Lin äußerte sich außerdem zu einer Aussage des US-Verteidigungsministers Pete Hegseth beim Shangri-La Dialogue im Mai in Singapur, wonach die USA künftig nicht mehr die Verteidigung wohlhabender Staaten subventionieren würden. Lin sagte, es gehe dabei um „Lastenteilung“ (burden sharing). Taiwan habe seinen Verteidigungshaushalt bereits auf mehr als 3 Prozent des BIP erhöht und plane, ihn bis 2030 auf 5 Prozent zu steigern, um eine chinesische Invasion wirksam abzuschrecken.