Zum Auftakt der SEMICON Taiwan 2026 heute, am 2. September, hat der internationale Halbleiterwirtschaftsverband SEMI (Semiconductor Equipment and Materials International) auf die wachsende Bedeutung Taiwans und auf neue Herausforderungen bei der Energieversorgung hingewiesen. SEMI-Präsident und CEO Ajit Manocha sagte, Taiwan gehöre weltweit zu den wichtigsten Zentren der Halbleiterindustrie. Das Land sei führend bei Fertigung, Packaging und im industriellen Ökosystem und gelte als verlässlicher Partner in der globalen Lieferkette. Zugleich werde der Ausbau der Branche den Energiebedarf deutlich erhöhen: Weltweit seien derzeit rund 70 Waferfabriken in Betrieb oder im Bau, in den kommenden fünf Jahren sollten 93 weitere hinzukommen. Auch das schnelle Wachstum von Rechenzentren erhöhe den Druck auf die Energieversorgung.
Manocha erklärte weiter, die Entwicklung von KI werde die Nachfrage nach Speicherchips, Hochbandbreitenspeicher, fortschrittlichem Packaging und Silizium-Photonik weiter antreiben. Der globale Halbleitermarkt könnte nach Markterwartungen bis 2030 auf 2 Billionen US-Dollar und bis 2035 auf 3 Billionen US-Dollar wachsen. Sorgen vor einer KI-Blase bewertete Manocha vorsichtig: Es könne zwar zwischenzeitliche Korrekturen geben, der langfristige Wachstumstrend bleibe aber bestehen. Nach einem Treffen mit Taiwans Präsident Lai Ching-te (賴清德) am 1. September sagte Manocha, Lai habe zugesichert, Taiwan wolle eine ausreichende Stromversorgung mindestens bis 2035 sicherstellen und weiter unterschiedliche Energiequellen entwickeln.
Auch die Taiwan Semiconductor Industry Association äußerte sich zur Rolle Taiwans. Ihr Geschäftsführer Wu Chih-yi (吳志毅) sagte, Taiwans Halbleiterbranche sehe sich seit Langem als Partner, der nur erfolgreich sein könne, wenn auch die Kunden erfolgreich seien. Taiwan sei ein verlässlicher Partner der weltweiten Halbleiterindustrie und teile mit gleichgesinnten Ländern demokratische Werte.