Trotz Widerstand der Volksrepublik China hat Taiwans Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) an einem Treffen des Pazifischen Insel-Forums teilgenommen. In dem Forum sind die Staaten und Gebiete der Region vereint; Taiwan ist kein Mitglied, führt aber seit 30 Jahren am Rande der Gipfel eigene Gespräche mit den Teilnehmern. Der diesjährige Gipfel fand in Palau statt, einem der wenigen Länder, die noch diplomatische Beziehungen zur Republik China (Taiwan) unterhalten.
Nach seiner Rückkehr sagte Lin heute, China habe bei jedem dieser Treffen versucht, Taiwan auszuschließen, mit „schwerwiegenden Folgen" gedroht und Palau als unsicheres Reiseziel eingestuft. Diese aggressive Diplomatie schade der Einheit der Region und sei abstoßend.
Chinas Drohungen beschränkten sich nicht auf Worte, sagte der Minister. Er verwies auf einen chinesischen Raketentest im Pazifik. China hatte Anfang Juli erstmals eine ballistische Langstreckenrakete von einem U-Boot aus in Richtung Pazifik abgefeuert und den Test als Routine bezeichnet. Die Staats- und Regierungschefs des Forums äußerten dazu in einer gemeinsamen Erklärung ihre Besorgnis. Einstimmig war sie jedoch nicht. Nauru distanzierte sich, Kiribati nahm an der entscheidenden Sitzung nicht teil. Beide Länder haben ihre diplomatischen Beziehungen zu Taiwan in den letzten Jahren abgebrochen.
Am Rande des Treffens unterzeichnete Lin am Mittwoch mit den Staatsoberhäuptern Palaus, der Marshallinseln und Tuvalus eine gemeinsame Erklärung zu Frieden, Stabilität und Wohlstand im Pazifik. Alle drei Staaten sind diplomatische Verbündete Taiwans.
Lin bot außerdem Unterstützung bei der Berufsausbildung an. Taiwan wolle Ausbildung, Praxis, Beschäftigung und Zertifizierung verbinden und jungen Menschen der Inselstaaten so bessere Berufschancen eröffnen.