Der Behörden Spiegel hat in seiner September-Ausgabe ein Gespräch mit Taiwans Repräsentanten in Deutschland, Dr. Klement Ruey-sheng Gu, veröffentlicht. In dem Artikel in der Rubrik "Diplomaten Spiegel" unter dem Titel "Diplomatische Aufgaben wie eine echte Botschaft" erklärt Gu, die Republik China (Taiwan) und die Volksrepublik China unterstünden einander nicht. Dies entspreche der gegenwärtigen politischen Realität und sei eine objektive Tatsache.
Wegen China unterhielten viele Staaten, darunter auch Deutschland, keine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan.
Die deutsche Ein-China-Politik dürfe nicht mit dem Ein-China-Prinzip der Volksrepublik China gleichgesetzt werden. Die Kooperation in Zukunftsbereichen wie Halbleitern und Künstlicher Intelligenz (KI), in Wissenschaft und Forschung sowie im kulturellen und zivilgesellschaftlichen Austausch sei heute intensiver denn je.
Taiwan sei für Deutschland nicht mehr nur wirtschaftlich interessant, sondern zunehmend auch ein sicherheits- und geopolitisch verlässlicher Partner, Innovationsstandort und wichtiger Akteur für Frieden und Stabilität im Indopazifik.
Obwohl Taiwan wichtige technologische Beiträge zur Zukunftsfähigkeit der westlichen Welt leiste, würden seine Veranstaltungen, Kooperationen oder internationalen Kontakten durch politischen Druck der Volksrepublik China erschwert. Umso dankbarer sei Taiwan für die deutsche Unterstützung.
Taiwan wolle weniger als Problem oder als Teil der sogenannten „Taiwan-Frage“ wahrgenommen werden. "Taiwan ist nicht Teil des Problems – Taiwan ist Teil der Lösung. Taiwan ist keine Frage. Taiwan ist eine Antwort", so Gu.
Laut dem Artikel bedankt sich Taiwans Repräsentant in Deutschland ausdrücklich für die Solidarität, die Taiwan in den vergangenen Jahren von seinen Partnern erfahren habe, insbesondere von Deutschland.
Taiwan habe zugleich weit mehr zu bieten als seine geopolitische Bedeutung: eine schöne Naturlandschaft, hohe Wettbewerbsfähigkeit sowie die Gastfreundschaft seiner Menschen. Er hoffe deshalb, die Partnerschaft weiter zu vertiefen, so der Repräsentant in Deutschland, Dr. Klement Ruey-sheng Gu.