In Taipei hat heute (9. September) der "Taipei Sicherheitsdialog 2026" begonnen. Das Forum wird vom Institute for National Defense and Security Research organisiert und findet im Grand Hyatt Taipei statt. Eingeladen sind Sicherheitsfachleute, Politikerinnen und Politiker sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehreren Ländern, darunter den USA, Großbritannien, Japan, Australien, Deutschland, der Ukraine und Polen. Thema des Forums ist nach Angaben der Veranstalter ein gemeinsamer Sicherheitsplan für den Indopazifik. Diskutiert werden unter anderem Kriegserfahrungen, wichtige Meerengen, unbemannte Systeme und Bedrohungen in der Grauzone.
Der Vorsitzende des Instituts, Huoh Shoou-yeh (霍守業), erklärte, Demokratien und Partnerländer müssten ihre geopolitischen Sorgen in einen gemeinsamen Konsens für globale Sicherheit umwandeln, besonders wenn autoritäre Kräfte versuchten, den Status quo einseitig zu verändern. Der Direktor der Amerikanischen Vertretung in Taiwan (Amerikanisches Institut in Taiwan, AIT), Raymond Greene, sagte in seiner Grundsatzrede, Frieden im Indopazifik sei für die USA eine zentrale Priorität. Ein Konflikt in der Taiwanstraße hätte nach seiner Einschätzung Folgen für die Weltwirtschaft, die über die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs hinausgehen könnten.
Greene erklärte weiter, die USA wollten regionale Stabilität vor allem durch diplomatische Kommunikation gegen Fehleinschätzungen, stärkere Sicherheitspartnerschaften entlang der ersten Inselkette und Unterstützung für Taiwans Selbstverteidigung sichern. Er wies die Ansicht zurück, Taiwans Stärkung der eigenen Verteidigung sei eine Provokation. Vielmehr sei glaubwürdige Abschreckung aus seiner Sicht eine Voraussetzung für echten Dialog über die Taiwanstraße hinweg. Taiwan könne dabei Lehren aus modernen Kriegen ziehen und verfüge über technologische Stärke, industrielle Basis, solide Finanzen, gut ausgebildete Streitkräfte und geografische Vorteile. Ziel der USA und Taiwans sei nicht, einen Konflikt zu gewinnen, sondern ihn vollständig zu verhindern.