Präsident Lai Ching-te (賴清德) hat am 8. September im Präsidialamt in Taipei eine Delegation von Abgeordneten des kanadischen Bloc Québécois empfangen. Nach Angaben des Präsidialamts war es der erste Besuch einer Delegation dieser sozialdemokratischen Partei in Taiwan seit ihrer Gründung im Jahr 1991, außerdem der erste Taiwan-Besuch von Parteichef Yves-François Blanchet. Lai sagte, der Besuch sei für den Austausch zwischen Taiwan, Kanada und Québec von großer Bedeutung. Er dankte den kanadischen Abgeordneten dafür, dass sie mit parlamentarischen Initiativen immer wieder gezeigt hätten, dass Frieden in der Taiwanstraße und Taiwans internationale Beteiligung Anliegen der internationalen Gemeinschaft seien.
Lai erklärte weiter, Québec sei ein wichtiger Standort der Luft- und Raumfahrtindustrie, und Montréal sei ein Zentrum für Forschung zu Künstlicher Intelligenz. Er verwies auf die seit mehr als 20 Jahren bestehende Zusammenarbeit zwischen Taiwans Luftfahrtunternehmen AIDC und dem kanadischen Konzern Bombardier. Lai sagte, Taiwan hoffe auf engere Partnerschaften mit dem Bloc Québécois und dem kanadischen Parlament, unter anderem bei KI, Halbleitern, Luft- und Raumfahrt, kritischen Mineralien, erneuerbaren Energien und Lieferkettensicherheit.
Blanchet sagte, die Delegation sei historisch bedeutsam, weil sie erstmals ausschließlich aus Abgeordneten aus Québec bestehe. Er sehe viele Möglichkeiten für vertieften Austausch zwischen Taiwan und Québec. Nach einem Besuch in Kinmen habe die Delegation besser verstanden, welchen Herausforderungen Taiwan täglich ausgesetzt sei. Blanchet betonte außerdem, Taiwan habe das Recht und die Notwendigkeit, an wichtigen internationalen Organisationen teilzunehmen, besonders an der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation, da Chinas militärische Aktivitäten in Taiwans Umgebung auch die Sicherheit der zivilen Luftfahrt beträfen. Er versicherte, der Bloc Québécois werde sich im kanadischen Parlament weiter für Taiwan einsetzen und seine Unterstützung für Taiwan sowie für Gruppen wie Tibeter, Uiguren, Hongkonger und Mongolen bekräftigen.