Taiwan bildet mit Stipendien und Ausbildungsprogrammen guatemaltekische Fachkräfte für die Halbleiterbranche aus. Damit unterstütze Taiwan das Programm „Chip-Route", mit dem sich das mittelamerikanische Land einen Platz in den Lieferketten der Chipindustrie sichern wolle, sagte Vizeaußenminister Baushuan Ger (葛葆萱) am Donnerstagabend in Taipei. Anlass war ein Empfang zum 205. Jahrestag der Unabhängigkeit Guatemalas.
Guatemalas Botschafter in Taipei, Luis Raúl Estévez López, sagte, sein Land wolle seine Textilindustrie ausbauen und Teil der Halbleiterfertigung werden, um seine Wirtschaft neu auszurichten. Dabei helfe die Unterstützung Taiwans, der USA und Japans.
Der Außenminister dankte Guatemala für dessen politischen Rückhalt. Das Eintreten des Landes sei entscheidend dafür, dass Taiwan international sichtbar bleibe. Beide Staaten unterhalten seit 1934 diplomatische Beziehungen, im Dezember begehen sie deren 92. Jahrestag. Guatemala setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Taiwan an internationalen Organisationen teilnehmen kann, von denen es auf Druck Chinas ausgeschlossen ist.
Die Wirtschaftsbeziehungen stützt ein Freihandelsabkommen, das seit 2006 gilt. Guatemalas Ausfuhren nach Taiwan lagen nach Gers Angaben zwei Jahre in Folge bei 130 Millionen US-Dollar, rund 110 Millionen Euro. Das mittelamerikanische Land ist Taiwans größter Lieferant von Rohrzucker und viertgrößter Kaffeelieferant.
Guatemala gehört zu den wenigen Staaten, die Taiwan diplomatisch anerkennen.