Taiwan will die Zusammenarbeit mit dem malaysischen Bundesstaat Sabah ausbauen – vor allem in der Landwirtschaft, im Gesundheitswesen und bei der Ausbildung von Fachkräften. Außenminister Lin Chia-lung (林佳龍) empfing dazu am Donnerstag in Taipei den sabahischen Minister für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährungswirtschaft, Jamawi Ja'afar, der mit einer Delegation angereist ist. Für ihn ist es der erste Besuch in Taiwan.
Lin schrieb am Freitag in den sozialen Medien, er habe seinem Gast Taiwans Erfahrungen mit digitaler Landwirtschaft und digitaler Medizin geschildert. Taiwan sei in der Informationstechnik und bei Halbleitern breit aufgestellt und übertrage diese Stärke inzwischen auf Landwirtschaft und Medizin. Taiwan sei bereit, Erfahrungen mit künstlicher Intelligenz, Automatisierung und Datenanalyse zu teilen, um Erträge und Ernährungssicherheit zu verbessern. Bei der Ausbildung von Fachkräften strebe er einen dauerhaften Austausch zwischen Hochschulen und Unternehmen beider Seiten an.
Der Sprecher des Außenministeriums, Hsiao Kuang-wei (蕭光偉), sagte, das Ministerium treibe den Austausch mit Regierungen und gesellschaftlichen Akteuren weltweit voran. Das erhöhe die Bekanntheit Taiwans und schaffe weitere Felder für konkrete Zusammenarbeit.
Sabah liegt im Norden der Insel Borneo und ist eines der wichtigsten Anbau- und Fanggebiete Malaysias. Der Bundesstaat arbeitet daran, seinen Selbstversorgungsgrad zu erhöhen, und baut dafür Fischverarbeitung und Kühlketten aus. Lin sieht außerdem Potenzial im Tourismus – zwischen Taiwan und Sabah gibt es bereits Direktflüge.
Malaysia unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan. Der Austausch läuft deshalb über Fach-, Wirtschafts- und Regionalkontakte, die Taipei im Rahmen seiner Südwärtspolitik seit Jahren ausbaut.