Taiwans Regierung sieht nach dem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping keine Änderung der amerikanischen Taiwan-Politik. Die USA hätten nach dem Treffen wiederholt versichert, dass ihre Politik gegenüber Taiwan unverändert sei, sagte Verteidigungsminister Wellington Koo (顧立雄) am Dienstag in Taipei. Auch die laufenden Rüstungsgeschäfte würden weiter verhandelt. Eine Mitteilung über Änderungen habe Taiwan bislang nicht erhalten.
Trump und Xi waren vom 23. bis 25. September im Weißen Haus zusammengekommen. Nach Angaben des chinesischen Außenministeriums forderte Xi die USA auf, weiterhin gegen eine Unabhängigkeit Taiwans einzutreten und die Taiwan-Frage mit Bedacht zu behandeln. Medienberichten zufolge soll er außerdem ein Ende der US-Waffenlieferungen an Taiwan verlangt haben. Peking betrachtet die demokratisch regierte Insel als Teil seines Staatsgebiets.
Der Chef der für die China-Beziehungen zuständigen Festlandkommission, Chiu Chui-cheng (邱垂正), erklärte, Taiwan werde weder unterwürfig noch provokativ auftreten und am Status quo festhalten. Ziel bleibe Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße. Den Austausch mit China wolle man auf Grundlage von Gleichrangigkeit und gegenseitiger Würde fortsetzen, ohne politische Vereinnahmung durch Peking.
Zu Berichten über Verzögerungen bei der Auslieferung von Kampfjets vom Typ F-16V sagte Koo, die Maschinen seien auslieferungsbereit. Taiwan bereite die Übernahme nach den Vorgaben des zuständigen US-Programmbüros vor. Den Termin für die Überführung werde man bekanntgeben, sobald er feststehe.
Die Äußerungen fielen am Rande der Eröffnung der neuen Sitzungsperiode des taiwanischen Parlaments. Regierungschef Cho Jung-tai (卓榮泰) legte dort mit seinem Kabinett den Regierungsbericht vor.