Überall in der kulturell chinesisch geprägten Welt ist das Neujahr das wichtigste Fest des Jahres. Fast überall. Denn es gibt eine Ausnahme.
Auf den von Taiwan kontrollierten Matsu-Inseln, keine 20 Kilometer vom chinesischen Festland entfernt, kehren die vielen auswärts lebenden Einheimischen jedes Jahr nicht für das Neujahrs- sondern für das Baiming-Fest in die Heimat zurück. Ungefähr drei Wochen lang begehen die vielen kleinen Tempel dann Rituale und Traditionen, die es so nur dort gibt und auf der Hauptinsel Taiwan fast gänzlich unbekannt sind. Drei Wochen lang richtet sich der Lebensalltag der 13.000 Inselbewohner dann nach dem Takt der Feierlichkeiten, und zwar in einer Intensität, die ich so sonst nirgendwo beobachtet habe.
Heute gehe ich im Kulturpanorama der Frage nach: Warum sind Tempel auf den Matsu-Inseln so außerordentlich wichtig?